About me

 
Chocolate Junkie. Hamburg Liebhaber. MINI Fan.  – 
Zu viele Gedanken im Kopf. 
Ich heiße Marié und bin seit Februar 2015 der kreative Kopf und die Blog-Mama hinter „Harryet“. Perfekt inszenierte Fotos und das Spielen mit Worten lassen mein Herz höher schlagen. 
Auf „Harryet“ schreibe ich über all die Dinge, die mich beschäftigen und die mir gerade durch den Kopf schwirren – und da gibt es viel! 

 

 

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Warum auf einmal so erwachsen?

Wie jeden Morgen stecke ich mir meine Kopfhörer in meine Ohren und höre Musik. Kleine Regentropfen fallen an die Fensterscheibe des Busses und kurz ist es so, als wäre man gar nicht da. Ich aktualisiere Facebook und sehe: nichts. Immer nur dasselbe. Ich schaue ein wenig weiter und finde einen Artikel, bei dem mir einfach nur schlecht wird. Eine Mutter schreibt, dass sie sich  Sorgen um ihren 13-Jährigen Sohn mache. „Er ist 13 Jahre und hat im Gegensatz zu seinen Klassenkameraden noch keine genaueren Vorstellungen zu seiner Zukunft.“


Ich habe schon meine genaueren Vorstellungen zu dem, was ich später mal machen möchte. Lehramt oder Mediengestaltung. So oder so ähnlich stelle ich mir das mal vor. Aber so richtig geplant habe ich noch nicht. Warum auch? Es dauert ja auch noch ein paar Jahre bis ich mein Abi mache, oder?

„Endlich mal etwas Sinnvolles“, habe ich mir gedacht als wir gelernt haben, wie man eine Bewerbung schreibt.

Und als ich mir die Frage stellte, was ich einmal machen möchte … hatte ich das erste Mal das Gefühl, einen Schritt näher in Richtung „Zukunft“ zu gehen. Komisches Gefühl. Sehr komisch.

Im Kindergarten oder in der Grundschule haben wir auf die Frage nach unseren Zukunftswünschen mit den typischen Sachen wie „Kinderärztin“ oder „Schauspielerin“ geantwortet. Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir im Sandkasten gespielt und die Wände voll gemalt.

Auf einmal ist „Zukunft“ gar nicht mehr so weit weg .

Wir leben in einer schnelllebigen Welt. Die Welt zieht nur so an uns vorbei und irgendwie wollen wir auch alles mitnehmen. Wir leben in einer Welt, in der jeder irgendwelche Anforderungen an uns hat. In einer Welt, in der es fast so scheint, als dürfe man keine Fehler machen.

Gesellschaftsdruck. 

Es ist manchmal gar nicht so leicht, allem gerecht zu werden. Es werden ständig Dinge von uns verlangt, die wir so bald und so perfekt wie möglich abliefern sollen.

Warum verlangt die Gesellschaft von uns 100% abzuliefern?

Ich bin Perfektionist – ein großer sogar. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass der Perfektionismus in mir sehr laut ist. Zu laut.

Mir ist es auch schon das ein oder andere Mal vorgekommen, dass man eine blöde Fragen wie „Was war denn da los?“ bekommt, wenn man mal nicht 100% abliefert. Da kommen schon auch Zweifel auf. Man zweifelt an sich selbst. An dem, was man getan hat. Es scheint wirklich fast so, als wird es von uns erwartet, 100% abzuliefern.

Genauso ist es im Internet. Vielleicht kennt ihr es ja, diese Menschen, die scheinen nahezu perfekt zu sein.

Bauch einziehen. Selfie geknipst. Hier & da retuschieren. Filter drauf. Hochladen. Likes abwarten.

Es scheint fast so, als wäre die Meinung der anderen am Wichtigsten für uns. Das, was andere über uns denken, nehmen wir ernst und denken darüber nach. Ich merke es bei mir selbst auch.

Was andere über mich denken ist mir wichtig, und die ein oder andere Nacht liege ich schon mal wach und denke nach. Zu viel nach. Doch das Leben ist zu kurz, um sich über alle möglichen Dinge Gedanken zu machen.

Warum auf einmal so erwachsen?

Nochmal zum Anfang: Ist es nicht irgendwie krank, dass man von seinem 13-Jährigen Sohn erwartet, dass er in diesem Alter einen genauen Plan für die Zukunft hat? So einen richtigen Plan hat keiner. Und wenn, kenne ich niemanden, bei dem es am Ende auch wirklich so war, wie er es geplant hatte.

 „Manchmal wünsche ich mir, dass die Menschen die Welt mehr aus der  Sicht eines Kindes sehen. Als Kind sieht man Sachen ganz anders und wiegt wichtige und unwichtige Sachen ganz anders ab“ 

So habe ich das in einem Video gehört. Wie wahr. Manchmal würde ich nochmal gerne so richtig Kind sein. Einfach mal machen. Ohne Planen. Ohne Tests und Arbeiten. Ohne irgendwelche Erwartungen.

„Ich kenne keine perfekten Menschen. Ich kenne nur zerbrochene Menschen, die trotzdem absolut liebenswert sind. „

(John Green)